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Glossar

 

 

Stand 09.04.2008

 

 

BEGRIFF DEFINITION
AUSGANGSLAGE Als Ausgangslage wird die aktuelle Risikosituation bzw. der Referenzzustand in einem Beurteilungsraum bezeichnet. Im Ausgangszustand sind in der Regel die bereits vorhandenen Schutzmassnahmen bei der Risikobeurteilung zu berücksichtigen.
AVERSION

In RiskPlan wird der Begriff "Aversion" synonym zum Begriff "Gewichtung" verwendet.

Als Aversion (Gewichtung) wird das empirisch feststellbare und theoretisch begründbare Phänomen bezeichnet, dass Ereignisse mit sehr grossem Schadenausmass stärker zu gewichten sind, als es aufgrund des zugehörigen Schadenerwartungswertes (wxA) angezeigt wäre. So führen Ereignisse mit grossem Schadenausmass zu einer überproportionalen Reaktion der betroffenen Gemeinschaft und stossen überproportional stark auf Ablehnung. Zum Beispiel wird ein Unfall mit 100 Todesopfern stärker gewichtet als 100 Unfälle mit je einem Todesopfern. In RiskPlan ist jeweils frei wählbar, ob die Risikobeurteilung mit oder ohne Berücksichtigung der Aversions- bzw. Gewichtungsfaktoren durchgeführt

werden soll. Für die Aversions- bzw. Gewichtungsfaktoren sind Defaultwerte hinterlegt, die für jeden Beurteilungsraum individuell angepasst werden können.

BETRIEBSKOSTEN

Jährliche Kosten, die dem Betreiber/Eigentümer einer Schutzmassnahme durch den Betrieb bzw. Gebrauch laufend entstehen (z.B. Energiekosten, Überwachungskosten, etc.).

BEURTEILUNGSRAUM Als Beurteilungsraum wird der jeweilige Untersuchungsperimeter bezeichnet, in dem eine Gefahrenbeurteilung bzw. Risikobeurteilung vorgenommen werden soll. Der Beurteilungsraum ist ein klar abgegrenzter Ausschnitt eines Raumes (geschlossenes Polygon), der für die weitere Bearbeitung in Regionen und Objekträume unterteilt werden kann.

Umfang und Bezeichnung eines Beurteilungsraum sind für den Benutzer frei wählbar.

COCKPIT

Als Cockpit wird das zentrale Menüsystem in RiskPlan bezeichnet. Es stellt eine dreidimensionale Matrix dar, dessen X-Achse durch die ausgewählten Gefahrenprozesse, die Y-Achse durch die ausgewählten Objekträume und die Z-Achse durch die ausgewählten Massnahmen/Massnahmenpakete bezeichnet wird.

Das Cockpit gibt eine Gesamtübersicht über einen Beurteilungsraum sowie die dort vorhandenen Risiken im Ausgangszustand und nach Treffen von Massnahmen bzw. Massnahmenpaketen.

Der Benutzer kann ein Cockpit indivduell zusammenstellen, in dem die gewünschten Gefahrenprozesse, Objekträume und Massnahmen bzw. Massnamenpakete ausgewählt werden.

EINGABEMATRIX

In RiskPlan werden in der sogenannten Eingabematrix die Schadenausmasse pro definierten Gefahrenprozess eingegeben. Die Eingabematrix wird automatisch aufgespannt durch die vorher definierten Szenarien (Y-Achse) und die vorher definierten Expositionen (X-Achse). In jedem der so definierten Matrixfelder können dann die Schadenausmasse für Personenschäden und Sachschäden eingegeben werden. Die Eingabe erfolgt jeweils durch Angabe eines minimalen und maximalen Wertes (der berechnete Wert ist der arithmetische Mittelwert dieser beiden Werte).

ERHALTUNGSKOSTEN Jährliche Kosten, die dem Betreiber/Eigentümer einer Schutzmassnahme für den Erhalt regelmässig entstehen (Unterhalt, Reparaturen)
EXPOSITION

Unter dem Begriff Exposition wird verstanden, dass bei einem gegebenen Gefahrenprozess und den dabei definierten Szenarien unterschiedliche Schäden an Personen und Sachwerten entstehen können. Diese Unterschiede können entstehen, weil je nach Situation und Gegebenheiten mehr oder weniger Personen und Sachwerte exponiert sein können. Oft wird zwischen einem normalen, ung¨¹nstigen und katastrophalen Verlauf unterschieden, z.B.:

- Normaler Verlauf: ¨¹bliche Präsenz von Personen und Sachwerten, Warnung und Evakuierung erfolgreich (sofern vorhanden)

- Ung¨¹nstiger Verlauf: erhöhte Präsenz von Personen und Sachwerten (z.B. an Feiertagen), Warnung und Evakuierung nur zum Teil erfolgreich (sofern vorhanden)

- Katastrophaler Verlauf: stark erhöhte Präsenz von Personen und Sachwerten (z.B. an Festanlass), Warnung und Evakuierung versagen (sofern vorhanden)

Die definierten Expositionen gelten f¨¹r alle Szenarien eines Gefahrenprozesses. Zu jeder definierten Exposition ist eine Expositionswahscheinlichkeit anzugeben. Es ist in RiskPlan möglich, bis zu maximal 10 Expositionen zu definieren.

Wenn ein Beutzer keine Expositionen definieren möchte, ist bei der Anzahl Expositionen der Wert 1 zu wählen und bei der Expositionswahrscheinlichkeit der Wert 100% einzusetzen.

EXPOSITIONSWAHRSCHEINLICHKEIT

Unter dem Begriff Expositionswahrscheinlichkeit werden die eingeschätzten Wahrscheinlichkeiten verstanden, mit denen bei einem gegebenen Gefahrenprozess die definierten Expositionen entstehen können. Die Summe der Expositionswahrscheinlichkeiten aller definierten Expositionen eines Gefahrenprozesses müssen 100% betragen.

GEFÄHRDUNG Gefahr, die sich ganz konkret auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt bezieht.
GEFAHRENART

In RiskPlan werden drei Gefahrenarten unterschieden:

- Naturgefahren

- Technische Gefahren

- Gesellschaftliche Gefahren

GEFAHRENPROZESS

In RiskPlan werden unter dem Begriff Gefahrenprozess die mögliche konkreten Gefährdungen verstanden, die bei den naturbedingten, technischen oder gesellschaftlichen Gefahrenarten auftreten können (Auswahl mit Drop-down Menü)

Die in einem Beurteilungsraum vorkommenden Gefahrenprozesse, die Personen oder Sachwerte gefährden können, sind bei der Systemdefinition auszuwählen.

GESELLSCHAFTLICHE GEFAHR

Sämtliche Vorgänge aus der Gesellschaft, die für Personen, Umwelt und Sachwerte schädlich sein können. In RiskPlan können Gefahrenprozesse im Bereich Gesellschaft (Gesundheit, Soziales, Terrorrismus, etc.) frei definiert werden oder aus dem entsprechenden Drop-down Menü ausgewählt werden.

GEWICHTUNGSFAKTOREN

Entspricht den Aversionsfaktoren (vgl. Aversion).

GRENZKOSTEN

Synonym zu -> Zahlungsbereitschaft

GRENZKOSTENTANGENTE

Die sogenannte Grenzkostentangente bezeichnet im Kosten/Risiken-Diagramm für Massnahmen(pakete) im Beurteilungsraum die Gerade mit einer Steigung von -1, die die Kosten/Risiko-Kurve im optimalen Massnahmen(paket) berührt. Der optimale Punkt befindet sich dort, wo für für jede Geldeinheit für weitere Massnahmen genau eine Geldeinheit an Risikoreduktion entsteht.

HÄUFIGKEIT

siehe Szenario-Häufigkeit

INVESTITIONSKOSTEN Einmalige Kosten, die zur Erstellung bzw. Einrichtung von Schutzmassnahmen aufgewendet werden müssen.
JÄHRLICHE KOSTEN FÜR MASSNAHMEN Gesamtheit aller jährlich anfallenden Kosten über die Lebensdauer einer Massnahme. Die jährlichen Kosten beinhalten folgende Elemente: Investitions-, Betriebs- und Unterhaltskosten. Die Kosten werden mit dem Zinssatz und der Lebensdauer einer Massnahmen diskontiert und so auf jährliche Kosten umgerechnet.
JÄHRLICHKEIT

Wahrscheinlichkeit p, in der ein Ereignis bestimmter Wiederkehrdauer T statistisch im Durchschnitt einmal erreicht oder überschritten wird.

p = 1/T

df_jahr

Dichtefunktion (pdf, 24KB)

KOSTENWIRKSAMKEIT Verhältnis zwischen jährlichen Massnahmenkosten und dem erreichten Nutzen resp. erreichter jährlicher Risikoreduktion.
LEBENSDAUER

Die Lebensdauer beschreibt die Funktionsdauer (volle Wirksamkeit) einer Schutzmassnahme.

Für die Lebensdauer ist ein Defaultwert von 30 Jahren hinterlegt, der für jeden Beurteilungsraum individuell angepasst werden kann (Vorgabewerte Manager).

MASSNAHMENPAKET

Ein Massnahmenpaket ist ein Paket aus bereits definierten Einzelmassnahmen, die sich gegenseitig ergänzen und nicht gegenseitig ausschliessen. Massnahmepakete sind besonders dann interessant, wenn Synergien genutzt werden können und so die Risikoreduktion infolge des Massnahmenpakets grösser ist als die Summe der Risikoreduktionen der Einzelmassnahmen.

NATURGEFAHR

Sämtliche Vorgänge in der Natur, die für Personen, Umwelt und Sachwerte schädlich sein können. In RiskPlan können Gefahrenprozesse im Bereich Naturgefahren frei definiert werden oder aus dem entsprechenden Drop-down Menü ausgewählt werden.

NUTZEN Der Nutzen einer Massnahme entspricht der Risikoreduktion, welche dadurch erzielt werden kann. Der Nutzen beinhaltet monetarisierte Risiken von Personen und Sachwerten und wird in Fr. pro Jahr ausgedr¡¡ì¹ckt
REGION / OBJEKTRAUM

In RiskPlan kann ein Beurteilungsraum in eine beiliebige Anzahl von Regionen unterteilt werden, um so die Beurteilung der im Beurteilungsraum vorhandenen Gefahrenprozesse zu vereinfachen und die Bestimmung der möglichen Schäden präziser vorzunehmen.

Regionen können aus den gleichen Gründen wiederum in eine beliebige Anzahl von Objekträumen unterteilt werden.

RISIKO

Grösse und Wahrscheinlichkeit eines möglichen Schadens:

R = p x g(A) x A; Häufigkeit p multipliziert mit dem gewichteten Schadenausmass g(A) x A.

Das Schadenausmass wird in monetären Einheiten ausgedrückt. Personenschäden werden mit der Zahlungsbereitschaft zur Rettung eines Menschenlebens in monetäre Einheiten umgerechnet.

RISIKOBEURTEILUNG

In RiskPlan werden unter dem Begriff Risikobeurteilung alle Festlegungen verstanden, bei denen die definierten Gefahrenprozesse im Beurteilungsraum hinsichtlich ihrer möglichen Schäden und Risiken quantifiziert und damit zahlenmässig beurteilt werden. Die Risikobeurteilung erfolgt für einen Ausgangszustand sowie für alle definierten Massnahmen bzw. Massnahmenpakete.

RISIKOREDUKTION

Die Risikoreduktion ist die Differenz von Ausgangsrisiko minus dem verbleibenden Restrisiko nach ausgeführten Schutzmassnahmen.

SACHWERTE Sachwerte beziehen sich auf mobile und immobile materielle Güter jeglicher Art (Gebäude, Infrastrukturanlagen, Fahrzeuge etc.), welchen ein monetärer Sachwert zugewiesen werden kann.
SCHADEN

Negativ bewertete und unerwünschte Folge einer Handlung, eines Ereignisses oder eines Vorgangs.

SCHADENAUSMASS Quantitative Aussage über das Ausmass der Schäden beim Eintreten eines bestimmten Szenarios und einer bestimmten Exposition. Das Schadenausmass wird bei Personenschäden in Anzahl Todesopfer oder bei Sachwerten in monetären Einheiten angegeben. Nach Umrechnung der Personenschäden mit der Zahlungsbereitschaft zur Rettung eines Menschenlebens wird ein aggregiertes Schadenausmass in montetären Einheiten bestimmt.
SCHUTZMASSNAHME

Massnahme zur Reduktion des Risikos von Personen und / oder Sachwerten. Eine Schutzmassnahme kann baulicher (z.B. Schutzdamm), technischer (z.B. Warnsystem) oder organisatorischer (z.B. Evakuierung) Natur sein.

SYSTEMDEFINITION

Als Systemdefinition werden alle Festlegungen verstanden, die zur konkreten Anwendung von RiskPlan in einem Beurteilungsraum notwendig sind: Definition des Perimeters (Beurteilungraum mit Regionen und Objekträumen), der zu untersuchenden Gefahrenprozesse und der zu untersuchenden Massnahmen und Massnahmenpakete.

SZENARIO

Möglicher Ereignisablauf eines Gefahrenprozesses. Dazu wird oft für eine bestimmte Wiederkehrdauer die Intensität und der Wirkungsraum des Gefahrenprozesses abgeschätzt. Für die verschiedenen Jährlichkeiten werden dann unterschiedliche Szenarien gebildet.

Jedem Szenario wird eine Häufigkeit bzw. Wahrscheinlichkeit zugeordnet.

SZENARIO-HÄUFIGKEIT

Häufigkeit bzw. Wahrscheinlichkeit eines gewählten (Gefahren)Szenarios. Die Häufikeiten bzw. Wahrscheinlichkeiten werden für jeden Gefahrenprozess indviduell durch den Benutzer eingegeben

df_haufen

TECHNISCHE GEFAHR

Sämtliche Vorgänge aus der Technik, die für Personen, Umwelt und Sachwerte schädlich sein können. In RiskPlan können Gefahrenprozesse im Bereich Technik frei definiert werden oder aus dem entsprechenden Drop-down Menü ausgewählt werden.

ZAHLUNGSBEREITSCHAFT Die Zahlungsbereitschaft (oft auch synonym zu Grenzkosten verwendet) bezeichnet den Betrag, den die Gesellschaft maximal bereit ist zu investieren, um eine Schadenseinheit (ein Todesopfer oder ein Franken Sachschaden) zu verhindern. Bewertet wird bei der Zahlungsbereitschaft für die Rettung eines Menschenlebens nicht das Leben an sich, sondern die Bereitschaft und finanzielle Möglichkeiten der Gesellschaft für deren Anstrengungen zur Verhinderung von Todesfällen.
Die Werte für die Zahlungsbereitschaft werden verwendet, um Schäden infolge von Todesopfern und infolge von Sachschäden zu aggregieren und als monetären Gesamtschaden darzustellen.
Für die Zahlungsbereitschaft zur Rettung eines Menschenlebens ist ein Defaultwert von 5 Mio. Franken (oft verwendeter Wert in der Schweiz für den Bereich Naturgefahren) hinterlegt, der für jeden Beurteilungsraum individuell angepasst werden kann.
ZINSSATZ

Verzinsungssatz der Investitionskosten zur Berechnung der jährlichen Massnahmenkosten.

Für den Zinssatz ist ein Defaultwert von 2 % (entspricht etwa dem langfristigen Zinssatz für Bundesobligationen in der Schweiz) hinterlegt, der für jeden Beurteilungsraum individuell angepasst werden kann.

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